5. Sonntag der Großen Fastenzeit (der ehrwürdigen Maria von Ägypten)
Lukas 7, 36–50
In jener Zeit bat einer der Pharisäer Jesus, bei ihm zu essen. Und er ging in das Haus des Pharisäers hinein und legte sich zu Tisch. Und siehe, in der Stadt war eine sündige Frau; als sie erfuhr, dass Jesus im Haus des Pharisäers zu Tisch lag, brachte sie ein Alabastergefäß mit Salböl. Und sie stellte sich von hinten zu seinen Füßen, weinte und begann, seine Füße mit Tränen zu benetzen und sie mit dem Haar ihres Hauptes abzutrocknen; und sie küsste seine Füße und salbte sie mit dem Salböl. Als aber der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, sprach er bei sich selbst: Wenn dieser ein Prophet wäre, wüsste er, wer und was für eine Frau es ist, die ihn berührt, dass sie eine Sünderin ist. Da antwortete Jesus und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er sagte: Meister, sprich! Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner; der eine war fünfhundert Denare schuldig, der andere fünfzig. Da sie aber nichts hatten, um zu bezahlen, erließ er es beiden. Wer von ihnen wird ihn nun mehr lieben? Simon antwortete und sprach: Ich denke, der, dem er mehr erlassen hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geurteilt. Und er wandte sich zu der Frau und sprach zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen; Wasser für meine Füße hast du mir nicht gegeben; sie aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit ihrem Haar abgetrocknet. Einen Kuss hast du mir nicht gegeben; sie aber hat, seit ich hereingekommen bin, nicht aufgehört, meine Füße zu küssen. Mit Öl hast du mein Haupt nicht gesalbt; sie aber hat meine Füße mit Salböl gesalbt. Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel geliebt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig. Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben! Da begannen die, die mit zu Tisch saßen, bei sich selbst zu sagen: Wer ist dieser, der sogar Sünden vergibt? Er aber sprach zu der Frau: Dein Glaube hat dich gerettet; geh hin in Frieden!
Markus 10, 32–45
In jener Zeit waren sie auf dem Weg hinauf nach Jerusalem, und Jesus ging vor ihnen her; und sie waren bestürzt, und die ihm folgten, fürchteten sich. Und er nahm wiederum die Zwölf beiseite und begann, ihnen zu sagen, was ihm widerfahren werde: Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert werden; und sie werden ihn zum Tod verurteilen und ihn den Heiden übergeben. Und sie werden ihn verspotten und anspucken und geißeln und töten; und nach drei Tagen wird er auferstehen. Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sprachen: Meister, wir wollen, dass du uns tust, worum wir dich bitten werden. Er aber sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich euch tue? Sie sprachen zu ihm: Gewähre uns, dass wir in deiner Herrlichkeit einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken sitzen. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet! Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder mit der Taufe getauft werden, mit der ich getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Wir können es. Jesus aber sprach zu ihnen: Den Kelch, den ich trinke, werdet ihr trinken, und mit der Taufe, mit der ich getauft werde, werdet ihr getauft werden. Aber das Sitzen zu meiner Rechten oder zu meiner Linken zu geben, steht mir nicht zu, sondern es ist für die bestimmt, denen es bereitet ist. Als die Zehn das hörten, begannen sie, über Jakobus und Johannes unwillig zu werden. Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher der Völker gelten, über sie herrschen und ihre Großen Gewalt über sie ausüben. Unter euch aber soll es nicht so sein; sondern wer unter euch groß sein will, der soll euer Diener sein. Und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.




